Sondaschule - Klassenfoto

SONDASCHULE – »SCHÖN KAPUTT«

»Für uns war es nie eine Option, hier weg zu ziehen. Wir sind hier aufgewachsen und lieben den Pott mit all seinen Seiten, den Schönen und den Hässlichen.« Costa Cannabis, April 2015

Der Ruhrpott liegt brach: Geschlossene Zechen und verfallene Industriebetriebe, Arbeitslosigkeit, soziale Spannungen und Jugendabwanderung zeichnen ein zunehmend trostloses Bild von dem einst blühenden Malocher-Gebiet im Westen Deutschlands. Wer es nicht schafft, der Monotonie zu entfliehen, erstickt den Alltag in Suff und Drogen. Eine kleine gallische Truppe jedoch widersetzt sich der wunderschönen Hässlichkeit und trotzt mit Pauken und Trompeten, Offbeats und frohem Gemüt der Tristesse: die Ska-Punk-Helden Sondaschule aus Mülheim an der Ruhr.

Als sich die Rude Boys kurz vor der Jahrtausendwende zusammenfinden, um den Sound ihrer Vorbilder Rancid, der kalifornischen Skate-Punks NOFX und The Mighty Mighty Bosstones zu huldigen, stört sie die Oldschool/Newschool-Debatte in der Szene. Der Kommentar der Band: der provokative, aber keinesfalls beleidigend-gemeinte Bandname. Sondaschule veröffentlicht die Debüt-EP »Lieber Einen Paffen«, vier weitere Alben und geht 2012 mit dem Langspieler »Lass Es Uns Tun« den nächsten Schritt in Richtung Ska-Olymp. »Wir haben nach Veröffentlichung des Albums sofort gemerkt, dass es diesmal bei den Medien und der Presse besonders gut ankam und sich unsere Außenwirkung allmählich verändert. Live hatten wir ja immer schon eine starke Basis. So war die letzte Tour schon fast komplett ausverkauft«.

Die Ballade »Für Immer Nie Nüchtern« entwickelt sich zum größten Hit von Sondaschule, es folgen die ersten großen Festivals und der Bekanntheitsgrad der Band steigt weiter. »Wichtig war uns immer, dass wir uns natürlich und ohne Druck von außen entwickeln können. Mit dem neuen Album »Schön Kaputt« gehen wir wieder zurück zu unseren Wurzeln, es geht hauptsächlich um Instrumente. Wir wollten schöne, eingängige Melodien haben, die nach vorne gehen und viel Wert auf die Refrains legen«. Auf »Mülheim« thematisieren sie die Abwanderungsgedanken augenzwinkernd: »Ich wollte der Geburtsstadt unserer Band eine Ode schreiben. Für den letzten Refrain haben wir alle Freunde ins Studio eingeladen. Für uns war es nie eine Option, hier weg zu ziehen. Wir sind hier aufgewachsen und lieben den Pott mit all seinen Seiten, den Schönen und den Hässlichen.«
Die Uptempo-Nummer »Durch deine Augen« ist eine introspektive Liebeserklärung und überzeugt durch den Trademark-Sondaschule-Sound mit treibenden Bläsersätzen und einer großen Portion Sarkasmus. »Bist du glücklich?« fragt nach der Beständigkeit von Glück, Freundschaft und Idealismus aus der Perspektive eines ewigjungen Erwachsenen.

»Wir versprechen uns schon, mit dem Album einen ganzen Schritt nach vorne zu gehen und natürlich viele Frauen und Reichtum. Aber solange es so weiter geht, sind wir glücklich. Wir machen das seit über zehn Jahren und sind in erster Linie sieben Freunde, die Musik machen.« Das Kumpelhafte und den schrägen Humor, den die Sondaschule schon immer auszeichnete, haben sie sich ebenso erhalten wie ihre Wahlheimat. 2015 bespielen sie unter anderem das Rock am Ring-Festival – der verdiente genreübergreifende Erfolg dürfte unmittelbar bevorstehen.